BW Papenburg

Berichte


Integration & Inklusion:
Beim Fußballverein Blau-Weiß Papenburg trainieren regelmäßig Flüchtlinge aus Syrien
PAPENBURG - Es ist kalt an diesem Nachmittag, der Wind pfeift durch die Bäume
und Büsche am Sportplatz hinter der Michaelschule in Papenburg. Trainiert wird trotzdem, das gehört für die Männer jeden Dienstag und Freitag genauso dazu wie die Sprachkurse am Vormittag. Sie reiben sich die Hände, haben sich mit Mützen und Ohrwärmern ausgerüstet. Anpfiff! Das Laufen und Spielen mit dem Fußball wird sie aufwärmen.Die elf Männer kommen aus Syrien. Dort gibt es heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter, in denen es selten kälter als zehn
Grad Celsius wird. In Deutschland ist das Klima anders. Herber und kälter.
Dennoch ist jeder von ihnen froh darüber, endlich in Deutschland zu sein. Das
Wetter ist nebensächlich. Die elf Männer auf dem Spielfeld haben andere, schwerwiegendere Probleme. Viele davon haben sie bereits überwunden,
bei anderen können sie nicht einmal gewiss sein, sie jemals überwinden zu
werden.Serwan Alsheikho dribbelt mit dem Ball am Rande des Sportplatzes, um sich aufzuwärmen.Der 30-Jährige ist seit neun Monaten in Deutschland – seine Sprachkenntnisse sind dafür erstaunlich gut. „In Syrien haben wir auf der Straße gespielt“, sagt er und lächelt dabei. Vereinsstrukturen kenne man allerdings nicht,
gibt er zu verstehen. Auch deutsche und internationale Fußballspieler sind den Männern bekannt. „Lewandowski!“, ruft einer der Syrer, als die Gruppe nach dem
besten deutschen Fußballer gefragt wird. Alsheikho erzählt davon, wie schön und groß er Deutschland findet. Dass er hier gerne Arbeit finden möchte und deshalb versucht, eine Praktikumsstelle als Optiker zu bekommen – das ist der Beruf, den er in Syrien gelernt hat. Er lächelt immer noch, während er all das erzählt. Dann erzählt er von seiner Flucht nach Deutschland. Sein Lächeln verschwindet und seine Augen wandern nach unten. „Es waren viele Bomben in Syrien. Flugzeuge, Feuer und Verletzte. Alles war kaputt. Wir mussten gehen“, sagt er. Zwei Monate hat
seine Flucht gedauert, zu Fuß und per Anhalter ist er aus Syrien über die Türkei,
Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland gekommen. Er erzählt von seiner Frau. Sie ist noch in Syrien, aber er hofft, dass sie so schnell wie möglich nachkommen kann. Kinder haben sie noch keine.Der Ball fliegt quer über den Platz, mit der Brust hält einer der Männer ihn auf, lässt ihn zu Boden fallen und
führt ein paar Tricks vor. „Einige der Männer sind so gut, dass sie schon bei Punktspielen mitmachen können“, sagt Hartmut Strehlau. Er ist Beauftragter
für Integration und Inklusion beim Fußballverein Blau-Weiß Papenburg. Der
Verein hat bereits viele Flüchtlinge ins Training integriert, manchmal trainieren
die Deutschen und die Syrer zusammen, ein anderes Mal trainieren die Syrer alleine oder es werden Übungsspiele mit allen gemacht. „Sport verbindet“, sagt
Strehlau. Den Männern mache der Fußball, das Training, die Spiele und der Umgang mit Deutschen großen Spaß. „Für die Flüchtlinge ist der Sport wichtig. Um sich fit zu halten, um die Sprache zu lernen. Aber auch, um sich abzulenken
von den schrecklichen Bildern, die sie im Kopf haben“, sagt Strehlau. Einen Flüchtling habe er kennengelernt, der auf der Reise nach Deutschland schwer misshandelt wurde. „Man sieht den Menschen nicht immer an, was sie mit
sich herumtragen. Deshalb sollte man ihnen immer erst einmal freundlich gegenübertreten“, sagt Strehlau. Er pfeift, die Männer versammeln sich um Hartmut
Strehlau. In ein paar Tagen geht es weiter mit dem Training. Vielleicht können sie
bald auch bei Punktspielen mitmachen, überlegt Alsheikho – und wie es seiner Frau wohl gerade geht. Im Aufnahmezustand Azad Issa hat sich beim Training freiwillig ins Tor gestellt. Hartmut Strehlau (rechts) ist Beauftragter für Integration im Verein. Die Mannschaft aus syrischen Flüchtlingen übt zweimal in der Woche.
Serwan Alsheikho (hinten links) ist dankbar für diese Möglichkeit, sagt er im Gespräch mit dem GA. BILDER: KLOCK

general-anzeiger_e-paper-ausgabe_ga-gesamt_donnerstag 22 oktober 2015.pdf [583 KB]


Quelle: GENERAL-ANZEIGER,, 22.10.2015



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